Die Fellfarbe ist die Besonderheit

Die verschiedenen Fellfarben machen jeden amerikanischen Dackel zum Unikat.
Die verschiedenen Fellfarben machen jeden amerikanischen Dackel zum Unikat.

Trotz allen wunderbaren Eigenschaften der Dackel, möchte ich doch auch noch auf die heiklen Merkmale der amerikanischen Variante zu sprechen kommen.

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit der Zucht von Leopardgeckos weiß ich, dass das Wissen um die Genetik der jeweiligen Tierart sehr wichtig ist. Es gibt durchaus berechtigte Gründe, warum amerikanische Dackel unter langjährigen deutschen Dackelzüchtern verpönt sind. Ich möchte bei diesem Thema nicht zu wissenschaftlich werden, finde es aber außerordentlich wichtig einige Spezialitäten der Amerikaner zu erörtern. Die Fellfarben des amerikanischen Dackels sind im Vergleich zum deutschen Kollegen (diese sind rot, schwarz-rot, schokobraun, gestromt und Tiger) fast unüberschaubar geworden. Daher ist es umso wichtiger eine verantwortungsvolle Zucht zu betreiben. Hier einige Besonderheiten der amerikanischen Linie.

 

Piebald

Piebald bedeutet auf gut deutsch weiß -gescheckt. Wie schon oben erwähnt, steht weißes Fell für einen Fehler beim deutschen Dackel. Anders verhält es sich beim amerikanischen Vertreter. Hier ist Piebald eine durchaus gewünschte Scheckung, die in keinem Zusammenhang mit der Merlegenetik des Tigerdackels steht. So dürfen auch Piebalds mit Piebalds verpaart werden. Der Erbgang des Piebald-Gens ist rezessiv (ss).

Tigerdackel

Mit Tigerdackeln zu züchten bedarf großer züchterischer Verantwortung. Niemals dürfen zwei Tigerdackel miteinander verpaart werden. In Deutschland und in der Schweiz ist dies zurecht auch verboten. Die Welpen aus solchen Verpaarungen, die so genannten Weisstiger, haben sehr oft schwerwiegende physiologische Schäden. Dies kann unter anderem Blindheit, Taubheit oder auch Unfruchtbarkeit sein. Wer Zuchtabsichten hat und auf Nummer sicher gehen möchte, sollte einen Gentest machen lassen. Bei so einem Gentest wird festgestellt, ob der Hund das sogenannte Merle-Gen in sich trägt oder nicht. Die ko-dominante Merle-Genetik gibt es übrigens nicht nur bei Dackeln, sondern auch bei anderen Hunderassen wie zum Beispiel den Collies, Australian Sheperds, Deutsche Doggen und Cocker Spaniels. Weitere Infos zur Tiergenetik und der Fellfarbe Merle findet ihr unter www.biofocus.de.

Farbverdünnung

Im Unterschied zu den deutschen Vertretern dürfen die amerikanischen Dackel verdünnt sein. Isabella und blue bedeutet, dass der jeweilige Hund Träger des Dilutions- Gen ist. Die verdünnten Farben Blau und Isabella sind wunderschön anzusehen, sind aber mit Vorsicht zu geniessen. Mittlerweile ist eine Krankheit bekannt, die nur bei verdünnten Hunden (d-Lokus) auftaucht, die zu Haarlosigkeit, bis hin zu fast nackten Hunden führen kann. Ein Gen-Test auf diese Krankheit gibt es leider noch nicht. Die Krankheit nennt sich Color Dilution Alopecia, kurz CDA. Weitere Farbverdünnungen sind Chocolate und Cream. Von diesen Farben gehen nach neusten Erkenntnissen keinerlei Krankheiten aus, macht auch Sinn, da sie nicht auf dem d-Lokus liegen.

Ein weiterer Unterschied zu den deutschen Standarddackeln ist die Vermischung von Kurz- Rauh- und Langhaardackeln.

Bei der amerikanischen Variante ist dies sogar gewünscht, da bei sehr kurzhaarigen Hunden mit einem Langhaarpartner die unerwünschten Lederohren vermieden werden können. Der Erbgang des Dilutions-Gens ist rezessiv (dd).

Wenn Du Dich eingehender mit Fellfarben und deren Genetik bei Hunden auseinandersetzen möchtest, empfehle ich Dir wärmstens das Buch "Die Genetik der Fellfarben beim Hund".

Welche Haarart darf es denn sein?

Ich möchte an dieser Stelle nochmals erwähnt haben, dass es bei den amerikanischen Dackeln durchaus erwünscht ist, die drei Haararten untereinander zu kreuzen. Dies bedeutet somit natürlich, dass in einem Wurf auch unterschiedliche  Haararten herauskommen können. Das macht die ganze Sache gerade noch einmal spannender.

Da wir selbst keine Rau- oder Langhaardackel pflegen, musste ich zuerst selbst ein wenig recherchieren. Was man glaube ich sagen darf ist, dass der Rauhaardackel die pfiffigste Variante von allen ist, da bei den Rauhaardackeln im Ursprung Terrierblut mit dabei war. Somit ist der Rauhaardackel wahrscheinlich der Temperamentvollste von allen Dreien. Die ausgeprägte Jagdpassion des ursprünglichen Rauhaardackels ist aber wie bei allen Amerikanern nicht mehr so ausgeprägt. Deinen  Rauhaardackel solltest Du regelmässig Trimmen und auch sonst braucht das Fell viel Pflege, damit es gesund und schön aussieht. Mit seinem wuscheligen Aussehen hat der Rauhaardackel etwas Clownhaftes an sich. Einfach lustige Gesellen!

Weniger wuschelig und daher deutlich weniger aufwändig ist in dieser Hinsicht der Kurzhaardackel. Der Ursprünglichste von allen Dackeln weist ein kurzes, glänzendes Fell auf. Im Unterschied zu der deutschen Variante ist das Fell der amerikanischen Kurzhaardackel sehr fein, fast wie Seide. Natürlich musst Du dieses Fell nicht jeden Tag bürsten und striegeln, da es grundlegend selbstreinigend ist. Unsere Hunde geniessen die Fellpflege aber dennoch sehr. Vom Temperament her würde ich sagen steht der Kurzhaardackel in der Mitte der drei Haarvarianten. Mimik, Ausdruck und natürlich der Körperbau kommen beim Kurzhaardackel am Besten zur Geltung. An kalten Tagen solltest du mit Deinem Kurzhaardackel nicht lange draussen herumstehen, da sie sonst zu frieren beginnen. Immerhin sind Dackel tiefer gelegte Exemplare und gerade die Kurzhaarvariante hat nicht die Menge Fell am Bauch. Wohnst du in kälteren Gefilden würde ich Dir sogar empfehlen für Deinen Dackel einen Hundemantel zu kaufen. 

Kommen wir noch zu den Langhaardackeln. Mit ihrem langen, seidigen Haar verzaubern Langhaardackel viele Menschen, vielleicht auch Dich. Beim Langhaardackel werde ich immer wieder an die Dackelrennen erinnert, die wir früher mit unseren Kurzbeinern besuchten. Welch ein Anblick, wenn die Langhaardackel am Start waren! Sie rannten nicht über die Windhundrennbahn, nein, sie schwebten elegant dahin und das in einem Wahnsinnstempo. Die Fellpflege bei Deinem Langhaardackel ist natürlich aufwändiger, als beim Kurzhaardackel. Sie ist aber sehr wichtig und trägt wesentlich zu seinem grazilen, gepflegten Aussehen bei. Langhaardackel sind vom Temperament her die ruhigste, ausgeglichenste Variante. Für viele Menschen ist auch der Kraul- und Streichelfaktor sehr wichtig. Mit einem Langhaardackel bist Du da sicherlich wunderbar bedient.